Vor der Gründung
Es war an einem Sonntag, genauer am 26. Juni 1955. Im Niedersachsenstadion in Hannover traten die Finalisten um die Deutsche Fußball-Meisterschaft gegeneinander an – Rot-Weiß Essen und der 1. FC Kaiserslautern. TV-Geräte waren zu diesem Zeitpunkt in den privaten Haushalten eher eine Seltenheit. Und so blieb im Lokal „Goldener Stern“ bei Philipp Gärtner kein Platz leer. Dicht gedrängt saß eine große Zahl von Fußballfans vor dem Fernseher und fieberte dem Anpfiff entgegen. Die 90 Endspielminuten gehören bis heute sicherlich zu den aufregendsten der deutschen Fußballgeschichte.
Zum Spielgeschehen: Nachdem RWE-Keeper Fritz Herkenrath bereits in der 11. Minute böse patzte und Essen das 0:1 hinnehmen musste, drehten die Essener um ihren Kapitän August Gottschalk richtig auf und verwöhnten das Publikum mit rasanten Spielszenen. Franz „Penny“ Islacker gelangen insgesamt drei Tore – und ob sich der Stürmer beim entscheidenden 4:3 für Essen in der 85. Minute im Abseits befand, darüber streiten heute noch die Gelehrten.
Kurzum – die Fußballbegeisterung war so groß, dass sich einige der Anwesenden entschlossen: „Wir gründen einen eigenen Verein“. Innerhalb von zehn Tagen war die „Mobilmachung“ abgeschlossen – am 7. Juli 1955 wurde der FC Sportfreunde Heppenheim ins Leben gerufen.
Vereinslokal
Geburtsort der Sportfreunde war das bereits erwähnte Gasthaus „Goldener Stern“, das bis 1959 auch Vereinslokal blieb. Später wurde die Gaststätte „Zum Siegfriedbrunnen“ an der Mozartstraße 31 das neue Zuhause des FC Sportfreunde. Hauptgrund für den Lokalwechsel waren räumliche Bedingungen. Für Spieler- und Vorstandssitzungen wurde ein separater Raum benötigt, den Walter Gräff in seinem „Siegfriedbrunnen“ zur Verfügung stellen konnte. Trotz des Umzugs pflegten die Fußballer weiterhin ihr Treue zum „Goldenen Stern“, der übrigens um 1960 von Inhaber Philipp Gärtner an die Familie Kreuzer abgegeben wurde.
Vereinswappen
Bei der Erstellung des Vereinswappens konnten alle Aktiven ihre Ideen einbringen. Nach Sichtung sämtlicher Entwürfe wurde schließlich der Vorschlag von Josef Noe angenommen. Es zeigt zwei ineinander greifende Hände, womit das Credo des FC Sportfreunde deutlich zum Ausdruck gebracht wurde. Zu sehen – wenn auch schwer erkennbar – zum Beispiel auf dem Foto der 2. Mannschaft aus der Saison 1956/57.
Die vier Wappen zeigen die Veränderung des Sportfreunde-Emblems von der Gründerzeit bis zum heutigen Tag. Links ist eine Nachzeichnung des von Josef Noe entworfenen Wappens aus dem Jahre 1955 abgebildet. Diese Skizze stammt aus der Feder des Webmasters in Zusammenarbeit mit Jakob Stimmler. Das zweite Wappen fand Anfang der 1960er Jahre seine Verwendung, daneben die erneute Änderung etwa zehn Jahre später, die vierte Abbildung stellt das aktuelle Wappen dar.
Vereinsname
Ebenso wichtig, aber im Gründungsprotokoll nicht einmal erwähnt, ist die Entstehung des Vereinsnamens. Auch hier hatten alle Teilnehmer der Gründungsversammlung die Chance, ihre Ideen vorzutragen. In die engere Auswahl kamen die Vorschläge „Spvgg Heppenheim“ von Eugen Gräsel und „FC Sportfreunde Heppenheim“ von Jakob Stimmler. Der Wahlausgang ist bekannt, aber nun ist auch der Namensgeber des Clubs schriftlich dokumentiert.
Saisonrückblicke
Beginnend mit der ersten Saison 1955/56 – diese können Sie durch den unten stehenden Button/Link erreichen – werden wir künftig in unregelmäßigen Abständen eine weitere Saison auf dieser Website veröffentlichen. Wir wünschen ihnen viel Spaß beim lesen.